Wenn wir über nachhaltige Infrastruktur sprechen, geht es meist um Material und Bauweise.

Beton.
Zement.
Konstruktion.
Das Problem:
Das greift zu kurz.
Denn ein erheblicher Teil der Emissionen entsteht nicht im Bauwerk selbst, sondern im Umfeld der Baumaßnahme:
durch Verkehrsführungen und die daraus resultierenden Staus, während der Bauzeit ebenso wie bei späteren Instandhaltungsmaßnahmen.
In vielen Fällen kann das sogar mehr CO2 verursachen als die eigentliche Herstellung der Brücke.
Genau hier setzt unsere aktuelle Forschungsarbeit an.
Wir betrachten Brücken nicht isoliert, sondern über ihren gesamten Lebenszyklus:
von der Errichtung über die Nutzung bis zur Instandhaltung.
Das Ziel:
Nicht nur Materialien zu optimieren, sondern das Zusammenspiel aus Konstruktion, Bauablauf und Nutzung.
Denn nachhaltiger Brückenbau bedeutet nicht: möglichst wenig Beton.
Sondern: die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen.
Zum Beispiel:
– Bauweisen so zu wählen, dass Verkehrsbeeinträchtigungen minimiert werden
– Instandhaltungsstrategien früh mitzudenken
– Lebensdauer nicht nur zu erreichen, sondern aktiv zu steuern
– Beton gezielt einzusetzen – in Abhängigkeit von Beanspruchung und Dauerhaftigkeit
– Optimierung der Bauteilgeometrien
Unser Anspruch ist es, daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten
für Planer und Auftraggeber, gerade in frühen Projektphasen.
Dort, wo die größten Hebel liegen.
Denn am Ende entscheidet nicht ein Detail über die CO2-Bilanz.
Sondern das System.
Das Forschungsprojekt erfolgt im Auftrag der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)
und gemeinsam mit unseren Projektpartnern Ingenieurbüro GRASSL und HAW Kiel.